

Dank Social Media sind wir vor einiger Zeit auf das Restaurant „Slow Burn“ im hessischen Raunheim, unweit des Frankfurter Flughafens, gestoßen. Keine 30km von unserer Homebase entfernt ein BBQ Restaurant? Der bekannte Food-YouTuber Bernd Zehner hatte vor einigen Wochen bereits ein Review des Lokals bei YouTube gezeigt – Grund genug, uns selbst ein Bild von den doch sehr positiven Eindrücken zu machen.
Im nachfolgenden Review lest Ihr unsere persönlichen Erfahrungen zum Slow Burn BBQ. Im umfangreichen restaurant Test erfahrt Ihr alle positiven wie negativen Aspekte unseres Besuchs.
Disclaimer: Wir wurden weder eingeladen, noch haben wir sonst eine monetäre (oder anderweitige) Vergütung für diesen Bericht erhalten. Alle Speisen und Getränke wurden von uns selbst bezahlt und wir haben uns erst nach dem Besuch als „Glaze & Glory“ zu erkennen gegeben.
Was ist das Slow Burn BBQ?
Das Restaurant trägt den Zusatz „by Kastanienhof“, was auf den Ursprung des denkmalgeschützten Gebäudes zurückzuführen ist. Der „Kastanienhof“ ist eine Gastronomie, deren Historie bis vor die 60er-Jahre zurückführt. Laut unserer Recherche wurde im Dezember 1960 in dem Backsteinbau die Gaststätte eröffnet. An BBQ war damals vermutlich nicht zu denken, aber es etablierte sich unter einigen Pächter-Wechseln eine beliebte Lokalität.
Mitte 2025 eröffnete dann das „Slow Burn BBQ“ und trägt als Erinnerung an den historischen Kastanienhof dessen Namen als Untertitel. Laut eigener Website ist das Slow Burn BBQ ein Freundschaftsprojekt der beiden Inhaber Sergio und Christo.
Das Gebäude wurde unter den strengen Auflagen des Denkmalschutzes entsprechend für die aktuelle Gastronomie umgebaut.

Anreise & Parken
Wie erwähnt, liegt das Slow Burn BBQ in der Nähe des Frankfurter Flughafens und ist von der Autobahn A3 kommend unkompliziert zu erreichen. Die Lage ist mitten in der Stadt. Offenbar ein Gewerbemischgebiet, denn es wechseln sich Wohnhäuser und einige Gewerbebetriebe, darunter verschiedenste Gastronomien von Dönerbude bis Fine Dining Lokal in der Umgebung ab. Ein Handicap, zu dem wir an anderer Stelle kommen.
Während das Restaurant einfach zu finden ist, wird es bei der Parkplatzsuche leider umso schwieriger. Eigene Parkplätze gibt es nicht. Die 2 oder 3 Parkbuchten, die an den kleinen Biergarten grenzen, sind reserviert für Anwohner. Somit muss man versuchen, in der Umgebung, konkret in den angrenzenden Wohngebieten, einen Parkplatz zu finden. In unserem Fall sind wir mehrfach durchs Viertel gekreist, welches zudem einige Einbahnstraßen hat, bis wir eine Lücke gefunden haben.
Für die Lage kann das Restaurant zunächst nur bedingt etwas, aber etwas nervig war das für uns schon. Womöglich gibt es aber auch öffentliche Parkflächen, die wir nicht kannten. In direkter Umgebung jedoch nichts zu finden.

Tischreservierung
Das Slow Burn ist professionell aufgestellt: Auf der Website befindet sich direkt die Funktion, einen freien Tisch zu finden und entsprechend zu reservieren. Wir hatten für Sonntag, 17 Uhr, gebucht und tatsächlich war danach nur zu späterer Stunde wieder etwas frei. Wir würden Euch also eine Reservierung dringend empfehlen! Gerade außerhalb der Biergartensaison dürfte es nahezu unmöglich sein, spontan einen Platz zu bekommen.
Jedenfalls sehr angenehm, dass man hier „zeitgemäß“ eine Onlinebuchung anbietet. Leider ist das in Deutschland vielerorts weiterhin nicht möglich und man muss oft vergeblich den Weg der telefonischen Reservierung gehen.
Empfang
Das Slow Burn arbeitet bei der Platzzuweisung ganz nach dem amerikanischen „Please wait to be seated“ Prinzip. Am Eingang wird man begrüßt, die Reservierung gecheckt und dann der entsprechende Platz zugewiesen. Aufgrund des Spätsommerwetters konnten wir einen Platz im Biergarten ergattern.
Bei unserer Ankunft waren alle Angestellten mit Rauchen beschäftigt und man konnte uns von der Position aus nicht am Eingang sehen, weshalb wir etwas verloren rumstanden. Da niemand kam, versuchten wir es im Gastraum im Gebäude, wo aber ebenfalls niemand anzutreffen war. Nachdem wir uns dann im Biergarten bemerkbar machten, wurden wir aber umgehend in Empfang genommen. Wahrscheinlich lag es an der frühen Stunde, denn im Vollbetrieb sollte so etwas dann nicht mehr vorkommen. In Summe aber kein Drama, aber wir beschreiben hier nun mal ehrlich unsere Erfahrungen.
Ambiente
Hier kommen wir zum vielleicht ersten Negativpunkt, der schlussendlich auch der engen Innenstadtlage geschuldet ist: Der Biergarten teilt sich den Bereich mit einem angrenzenden Wohnhaus. Und auch wenn das vermutlich für die direkten Anwohner unangenehmer ist, als fürs Restaurant, ist das Ambiente wohl als „zweckdienlich“ zu bezeichnen. Auch wenn es alles nett gemacht ist, schaut man mitunter auf Mülltonnen, Ansammlungen von Pflanzkübeln und verhüllte Bereiche, die dem Nachbarn zuzuordnen sind. Die Nachbarn kamen zu der Zeit nach Hause und mussten mehr oder weniger mit Sack und Pack durch den Biergarten, um zu ihrem Gebäude zu kommen.

Ein weiterer Minuspunkt ist der Straßenlärm. Aber das ist eben der Innenstadtlage geschuldet und nicht zu ändern. Das fällt meist nicht stark ins Gewicht, aber gelegentlich mischen sich diverse Autoposer mit knallenden Auspuffanlagen und hochdrehenden Motoren unter den Verkehr und ballern in Sichtweite des Sitzplatzes vorbei. Letztlich hat es aber dem Besuch keinen Abbruch getan, auch wenn es natürlich schöner wäre, in einem großen Biergarten auf dem Land zu sitzen. Aber immerhin gibt es hier einen und man KANN draußen sitzen.
Im kompletten Kontrast zum Außenbereich steht der Gastraum im Innern des Lokals: Wir waren zwar nur ganz kurz drin und wollten nicht Paparazzi spielen, aber das Ambiente drin ist wirklich toll! Hier wurde das Wild West Thema aufgegriffen mit schicken Wanddekorationen, außergewöhnlichen Lampenkonstruktionen und passenden Sitzgarnituren.


Die Optik wurde auch teilweise im Flur und auch in den Toiletten weitergeführt. Alles in allem aus unserer Sicht sehr gelungen und gerade unter dem Fokus des alten, denkmalgeschützten Gebäudes, hat man hier etwas richtig Schönes auf die Beine gestellt. Wenn Ihr also im Sommer kommt und die vorgenannten Punkte als No-Go seht, dann nehmt einen Platz im Gebäude und alles ist vergessen.
Essensauswahl: Qual der Wahl
Da wir zum ersten Mal im Slow Burn zu Gast waren, waren wir dezent überfordert. Laut eigenen Angaben (Quelle: Instagram) wurde die Speisekarte 2026 bereits überarbeitet und vereinfacht – für uns war es dennoch recht kompliziert.
Die Karte umfasst einen relevant großen Anteil an Sandwiches, die es mit entsprechender Fleischauflage und passenden Saucen, Gemüse und weiteren Beilagen zu bestellen gibt. Klassische Vorspeisen wie Chicken Bites oder Maiskolben stehen ebenfalls auf der Karte.

Aber wir sind ja primär wegen dem Fleisch da und haben daher die Sandwiches links liegen lassen. Während die Getränkebestellung vom weiblichen Team aufgenommen wurde, schien – so zumindest unsere Vermutung – die Essensbestellung Chefsache zu sein. Zumindest haben wir den jungen Mann auch schon auf Bildern auf Instagram gesehen und wir haben ihn als einen der Eigentümer verortet. Hier wurde uns geduldig auf Fragen geantwortet und persönliche Empfehlungen ausgesprochen.
Natürlich war uns klar, dass wir dieses Review schreiben würden, weshalb wir möglichst viel probieren wollten, um ein objektives Bild von den Speisen zu bekommen. Leider werden nur 3 verschiedene Platten angeboten, die aus unserer Sicht nicht optimal für einige Besucher sind. Wir verstehen es zwar, dass man hier bei allen Platten pauschal 2 Arten an Chicken (Fried Boneless Chicken und Chicken Wings) inkludiert und nur die restlichen Fleischsorten variiert, aber wir persönlich hätten gerne das Chicken weggelassen und dafür mehr die „echten“ BBQ‑Fleischsorten durchprobiert.
So blieb die Qual der Wahl:
- Platte 1 mit zusätzlich Brisket und Burnt Ends
- Platte 2 mit Beef Short Ribs und Pastrami
- Platte 3 mit klassischen Ribs und Schweinebauch
Hier würden wir uns eine zusätzliche Option wünschen, wo man Rind und Schwein kombiniert und das Geflügel weglassen kann.
Wir entschieden uns für Platte 1. Hierbei etwas ungewöhnlich und verwirrend: Der Preis (36 €) gilt für eine Person. Die Platte kann aber nur für mindestens zwei Personen bestellt werden. Ergo kostet diese dann 72 €.
Auf Nachfrage sagte man uns, dass jede Platte (für 2) in Summe auf 1kg Fleisch kommt. Jede Komponente soll dabei 250g haben. Eine Kombination aus 2 Platten bzw. einer halben Platte für 1 Person ist ebenfalls nicht möglich.
Jede Platte inkludiert 2 Beilagen und 2 Saucen nach Wahl. Neben der BBQ‑Sauce gibt es hier noch sehr ausgefallene Optionen, die wir auch ausprobierten. Eine davon ist sehr scharf, also aufpassen!
Übrigens: Brisket und Burnt Ends (die aus dem Brisket gemacht werden) kann man nur von Freitag bis Samstag im Slow Burn BBQ bekommen. An anderen Tagen sind diese nicht erhältlich. Aus Zubereitungssicht ergibt das auch absolut Sinn, auch wenn es dadurch die Besuche „unter der Woche“ ein Stück weit weniger attraktiv macht.

MEHR Fleisch!
Wenn man wie wir noch mehr probieren mag, hat man nur die Möglichkeit, ergänzend Fleisch nach Gewicht dazu zu bestellen. Die Fleischsorten sind auf der Vorderseite der Karte bildlich erläutert und die Preise pro 100g bzw. die bestellbare Menge (bei Ribs und Schweinebauch) wird angegeben. Übrigens ist das prinzipiell das UR-Konzept des American BBQ, wo es vielerorts NUR nach Gewicht abgerechnet wird.

Für uns gab es noch 250g knusprigen Schweinebauch Chicharron und 100g Pastrami dazu. Auf extra Ribs verzichteten wir aufgrund der großen Menge – waren wir doch nun schon bei 1350g Fleisch. Wobei man hier sicherlich bei den Chicken Wings die Knochen mitrechnet. Trotzdem ein Haufen, den es zunächst zu schaffen galt. Und offen gesagt haben wir auch erwartet, dass man in so einem Laden bei Ribs nichts falsch machen wird, und haben uns deshalb auf den Rest fokussiert.
Qualität der Speisen
Laut den Angaben auf der Karte wird hier erstklassige Ware geliefert. Das Rind für Brisket / Pastrami und Short Ribs ist US Creekstone Farms Ware. Das Schwein kommt vom spanischen Kastanienschwein.

Für uns war einhellig das Brisket die #1 auf der Platte. Eine absolut perfekte Würzung, sehr klassisch pfeffrig, geschmacklich ein Traum. Dass es sich bei der Rinderbrust um erstklassige Ware handelt, war eindeutig. Das Brisket war zart und saftig, so wie es sein soll. Wir kennen es ja alle, wenn in Deutschland ein Rinderbraten als Brisket verkauft wird – das ist hier ganz klar nicht der Fall.
Einzig – und das ist sicher auch eine persönliche Note – empfanden wir es ungewöhnlich, dass man eine einzige dicke Scheibe Brisket serviert. Klassisch im amerikanischen Stil wären eher etwas dünnere Slices.

Der knusprige Schweinebauch war hauptsächlich für Tommi eine wahre Freude. Er liebt Pork Belly Burnt Ends und auch generell Schweinebauch vom Smoker. Dass es hier die knusprige Variante mit gepoppter Schwarte gab, ist mal eine außergewöhnliche, aber angenehme Überraschung gewesen. Ggf. hätte der Bauch noch etwas mehr Würze vertragen können, aber war butterzart und wirklich lecker. Die Kruste war ebenfalls perfekt.

Das Pastrami kam in dünneren Slices und wurde als Zusatzbestellung direkt mit auf der Platte serviert. Geschmacklich war es ebenfalls sehr lecker und zart, allerdings fehlte so ein wenig die stark rote Pastrami Farbe. Dieses war eher leicht rosa. Das kann verschiedene Ursachen haben und womöglich auch mit dem Räuchern zu tun haben. Geschmacklich würden wir das Brisket dem Pastrami aber tatsächlich hier vorziehen.

Die Burnt Ends waren für uns die „schlechteste“ Komponente, wenn man das so sagen kann. Hier hatten wir uns vielleicht mehr erhofft, da es echte Burnt Ends vom Brisket waren und nicht wie häufig angeboten Schweinebauch Burnt Ends. Wir empfanden diese relativ trocken. Ein Stück war allerdings ein nahezu reiner Fettbrocken ohne relevantes Fleisch dran. Natürlich ist die Creek Stone Ware extrem fettig, aber so einen reinen Fettboller kann man vielleicht auch wegparieren. Geschmeckt haben die Ends trotzdem, das ist gerade vielleicht auch Jammern auf hohem Niveau.

Die Hähnchen Komponenten waren ebenfalls sehr lecker. Wir sind keine großen Wings Fans, da das Abknabbern etwas nervt und nie relevant viel Fleisch dran ist. Wie schon erwähnt, ist das auch ein Manko solcher Platten, wo solche Komponenten als „Füllstoffe“ verwendet werden, wie man auch am Knochenberg sehen kann. Das boneless Chicken war sehr saftig und geschmackvoll – generell absolut unser Ding.

Die Beilagen waren bei uns die Süßkartoffelpommes (SEHR lecker! Die kann man auch andernorts richtig schlecht bekommen!) und die Patatas Bravas (frittierte Kartoffelwürfel), die ebenfalls geschmacklich sehr gut waren. Vermutlich würden wir aber beim nächsten Besuch mal klassisch zum Coleslaw und einem Brioche Brot tendieren, weil es einfach noch besser für uns zum BBQ passt.

Noch etwas zu den Saucen: Die ausgewählten Saucen waren ausgezeichnet. Hier sind wir uns etwas uneinig, da gerade Tommi der Fleischpurist ist und – außer beim Glaze von Ribs – selten Sauce verwendet. Meist auch ein Zeichen dafür, dass das BBQ gut war und nicht erst mit Sauce ertränkt werden muss. Dennoch eine leckere Auswahl, mindestens für die Pommes oder natürlich auch fürs Fleisch.

Die Sache mit Rauch
Was direkt auffällt, ist, dass jegliche Fleischkomponenten nur einen sehr zurückhaltenden Smokering, also den fürs Smoken typischen rötlichen Rand, aufweisen. Wir haben uns das fast gedacht, aber zur Sicherheit bei Slow Burn nachgefragt: Aufgrund der Lokalität in der Stadt ist ein Smoken mit einem echten Smoker nicht möglich und offenbar auch nicht genehmigt, weshalb dies mit einem Elektrosmoker im Innern umgesetzt werden muss.
Der Smokering an sich ist zunächst einmal nur Kosmetik und nicht für den Geschmack zuständig. Grundsätzlich wird auch bei E-Smokern mit entsprechenden Räucherchips o.ä. gearbeitet. In der Gastronomie ist so etwas im Endeffekt auch einfacher zu skalieren, da die Garprozesse unabhängig von Temperaturschwankungen ablaufen und die Ergebnisse replizierbar bleiben.
Inwieweit man das schmeckt, sollte jeder für sich entscheiden. Wir persönlich hätten uns ein partiell kräftigeres Raucharoma gewünscht, allerdings dürfte das auch nicht jeden Geschmack gleich treffen. Wir kennen privat einige Leute, die selbst das Aroma von unserem Pelletsmoker als zu stark empfinden. Für eine Gastronomie muss es oft einfach ein Kompromiss sein.
Getränke
Wie schon aus anderen Berichten zu erkennen, sind wir die „Esser“ und leider weder Wein- noch Biertrinker. Daher können wir keine umfassende Wertung zu den Getränken abgeben. Neben der typischen Getränkekarte findet sich auch eine Sonderkarte, die mit alkoholhaltigen und alkoholfreien Mixgetränken aufwartet.
Preislich bewegen sich auch hier die Getränke im heute üblichen, etwas gehobeneren Restaurantniveau.
Service / Freundlichkeit
Hier können wir, abgesehen von dem etwas holprigen Empfang, nur Positives berichten. Die Damen, die sich um die Getränkebestellungen und Reservierungen kümmerten, waren durchgehend freundlich. Der (mutmaßliche) Inhaber, der sich um die Speisen kümmerte, ebenfalls. Zudem fiel hier sehr positiv auf, wie man persönliche Ratschläge zur Essensauswahl gab und auch die Saucen zu verschiedenen Komponenten zuordnete. Auch wurde immer wieder nachgefragt, ob es schmeckt, und als wir Salz (für die Beilage) nachbestellten, wurde umgehend nachgehakt, ob das Fleisch zu wenig gewürzt wäre. TOP!
Am Ende wurde ein Fehler bei der Rechnungsstellung gemacht und fälschlicherweise die in der Platte inkludierten Beilagen und Saucen zusätzlich gebongt. Nach einem kurzen Hinweis wurde das aber umgehend korrigiert und es wurde sich mehrfach für den Fehler entschuldigt. Die Saucen wurden zwar vergessen, von der Rechnung zu nehmen, aber wir haben das dann als (zusätzliches) Trinkgeld darauf beruhen lassen. Jedenfalls wurde sich ordentlich drum gekümmert – Fehler können überall passieren.

Unsere Wertung zum Slow Burn BBQ in Raunheim
Overall würden wir das Slow Burn definitiv weiterempfehlen. Nicht nur, dass es schön ist, auch in recht naher Umgebung endlich mal wieder einen BBQ‑Spot zu haben, sondern weil es ein echt unterstützenswertes Konzept ist.
Ja, es ist kein Holzfeuer BBQ und das merkt man mit etwas BBQ‑Erfahrung. Für uns persönlich hätte das Aroma noch etwas kräftiger sein können, aber wir sind auch kein Mainstream Gaumen, den man rein monetär betrachtet primär bedienen muss.
Ist das ein Kritikpunkt? Aus unserer Sicht NEIN! Hier wird absolutes Premiumfleisch angeboten, welches man vielerorts, wo inflationär das Wort „BBQ“ verwendet wird, so nicht bekommt. Die Fleischqualität, insbesondere des Briskets und Schweinebauchs, war oberste Liga. Die für uns eher nicht so überragenden Burnt Ends vielleicht auch etwas Pech. Aber wie erwähnt, jammert man hier schon auf hohem Niveau.
Für uns persönlich ist der größte Kritikpunkt die pauschale Verwendung des Geflügels bei allen Platten. Natürlich kann man sich selbst etwas zusammenstellen oder einfach pauschal Fleisch nach Gewicht bestellen – das ist aber keine echte Alternative zu einer fertigen, auch optisch ansprechenderen Platte mit entsprechenden Beilagen und Deko.
Wir verstehen, dass man hier vermutlich auch in gewisser Hinsicht den Wert der Platten mit dem günstigeren Ausgangsprodukt erhöht, aber am Ende wird es noch mehr Gäste geben, die nicht wegen des Geflügels ins Slow Burn gehen. Zumindest eine Fleischplatten-Option OHNE diese Komponenten – adäquat gepreist – würden wir zumindest feiern. Vielleicht ist das aber auch eine solitäre Meinung, weil wir eben das „echte“ BBQ so lieben, welches für uns primär aus Ribs, Brisket und Pulled Pork besteht.
Apropos: Letzteres, wie auch Pulled Beef, sucht man auf der Karte vergebens. Ob dies mit dem hohen Qualitätsanspruch nicht zu vereinen ist, oder andere Gründe hat, wissen wir nicht. Dennoch fehlt damit ein echter Klassiker des BBQ, was ein Stück weit schade ist.
Bezüglich der angemerkten, kleinen Negativpunkte, hauptsächlich was das Biergartenambiente und die Parksituation betrifft, sind diese den Inhabern sicher selbst bewusst. Aber das wäre nur durch einen Standortwechsel zu ändern und das ist sicherlich nicht auf der Agenda. Und am Ende des Tages kann man, gerade was das etwas „rustikalere Außenambiente“ betrifft, sich auch bewusst für den Aufenthalt im Gasthaus entscheiden – und da passt dann wirklich alles zum Thema BBQ.

FAZIT
Das Slow Burn BBQ ist es wert, unterstützt zu werden! Gerade das speziellere Konzept mit dem BBQ Thema ist eine Nische in Deutschland und benötigt Gäste, die es wertschätzen können.
Wer nicht den Hardcore-BBQ Nagel wie wir im Kopf hat, selbst mit Smoken & Co. zu tun hat oder wie wir mit Wagyu und Co. andernorts komplett versaut wurde, der wird das Slow Burn extrem feiern! Aber auch für uns „versaute“ BBQer war es ein mehr als lohnenswerter Besuch! Die Fallhöhe ist hoch und wir kennen leider genug schlechte Versuche, BBQ in Deutschland anzubieten. Im Slow Burn wird man definitiv nicht enttäuscht!
Solche Lokalitäten haben (leider) Seltenheitswert in Deutschland – ein Grund mehr, hier bestimmt mal wieder vorbeizuschauen. Beim nächsten Mal dann in der kühleren Jahreszeit mit einem Platz im wunderschön gestylten Gastraum. Dann holen wir auch die Spare-Ribs- und die Beef-Ribs-Verkostung nach – die fehlen uns noch!
Kosten
In Summe haben wir für die aufgezählten Speisen und zwei Getränke, exklusive Trinkgeld, rund 120 € bezahlt. Das ist nicht wenig, angesichts der gebotenen Qualität aber absolut angemessen. Gerade beim Brisket wird ein relevanter Anteil an Fett vor der Zubereitung pariert – das können bei US‑Ware gut und gern 1-2kg sein, die man VOR dem Garprozess an Verlust hat. Wer nicht wie wir unbedingt noch 350g extra Fleisch bestellen „muss“, kommt einiges günstiger weg und liegt dann im heute üblichen Restaurant Niveau. Gutes BBQ ist nie günstig, auch wenn das oft anders gesehen wird.
Website Link mit Speisekarte und Adresse:
https://www.slow-burn-bbq.de